Barcodeerstellung
Zweck dieser Seite Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie Du gültige, zuverlässige GTIN‑Barcodes (meist EAN‑13) für deine verkaufsfertigen Produkte erzeugst und korrekt aufbringst. Nach dem Lesen weißt Du, welche Maße und Qualitätsregeln einzuhalten sind und wie Du Druckproben prüfen und typische Fehler vermeiden kannst.
1. Was ist eine GTIN?
Eine GTIN (Global Trade Item Number) ist die weltweit eindeutige Nummer, die ein Produkt identifiziert. Im Einzelhandel wird diese Nummer gewöhnlich als EAN‑13 (13‑stellig) unter einem Strichcode abgedruckt. Andere GTIN‑Formate sind GTIN‑8, GTIN‑12 (UPC) und GTIN‑14. Packstack verarbeitet GTIN-12 (UPC) und GTIN-13 Barcodes. In Ausnahmefällen können auch FNSKUs verarbeitet werden, wenn dies bei dir zwingend notwendig ist, sprich deinen Packstack Ansprechpartner darauf an.
Warum brauchst Du eine GTIN?
Sie ermöglicht das Scannen und damit die eindeutige Identifizierung eines Produkts im Logistikzentrum.
Handelspartner (z. B. Amazon, Händler) verlangen häufig gültige GTINs.
Ohne korrekte GTIN/Barcode entstehen Fehler, Retouren und zusätzliche Kosten durch Nachetikettierung.
2. Welche Barcode‑Symbologie wird verwendet?
Für GTIN‑13 verwenden wir das EAN‑13 Strichcodeformat. Die Ziffern unter dem Strichcode sind die lesbare Darstellung der GTIN. Achten Sie darauf, dass die Nummer korrekt berechnet (inkl. Prüfziffer) und Ihren GS1‑Nummernkreis verwendet wird.
3. Wichtige Begriffe
X‑Dimension (X‑Modul): Breite des schmalsten Balkens. Grundlage für alle Größenangaben.
Magnification (Vergrößerungsfaktor): Verhältnis von gewählter X‑Dimension zum Nominalwert (100%).
Symbolhöhe: Höhe der Balken (ohne Ziffern unterhalb).
Ruhezone (Quiet Zone): Freier, unbedruckter Rand links und rechts neben dem Barcode — absolut notwendig für zuverlässiges Scannen.
4. Maße und Mindestgrößen
Grundregel: Konstruiere Barcodes nach GS1‑Spezifikation. Wenn Du unsicher bist: lass einen Probedruck und eine Qualitätskontrolle durchführen.
Typische, sichere Werte für EAN‑13:
Magnification / X‑Dimension: üblicher Bereich 80%–200%, was einer X‑Dimension von ca. 0,26 mm – 0,66 mmentspricht.
Standard (100% bzw. Nominal): Gesamtbreite inkl. Ruhezonen ≈ 37,29 mm, Symbolhöhe ≈ 22,85 mm.
Minimale praktikable Breite: bei 80% liegt die Gesamtbreite ≈ ~29,8 mm, Höhe ≈ 18,3 mm.
Hinweis: Wichtig ist, dass X‑Dimension, Ruhezonen und Symbolhöhe zusammen die GS1‑Vorgaben erfüllen.
5. Ruhezone (Quiet Zone) — so wichtig wie die Balken
Die Ruhezone ist der unbedruckte Bereich direkt links und rechts vom Barcode. Wird er verletzt (z. B. durch Text, Logos oder Muster), kann der Scanner den Barcode nicht zuverlässig erfassen.
Praxisregel: Lasse an beiden Seiten der Barcodes mindestens 7× X‑Dimension freie Fläche. Halte aber lieber 9×anProdukten ein, wenn Platz vorhanden.
6. Kontrast, Farben und Drucktechnik
Kontrast: Dunkle Balken auf hellem (idealerweise weißem) Hintergrund. Vermeide eingesetzte Farben mit geringem Kontrast (z. B. dunkel‑blau auf schwarz).
Farben: Schwarze Balken sind Standard. Andere Farben sind theoretisch möglich, müssen aber einen hohen Kontrast gegenüber der Hintergrundfarbe haben.
Reflexion: Glänzende oder stark reflektierende Oberflächen (z. B. Metallfolien) stören. Verwende matte Bereiche oder ein mattes Barcode‑Label.
Druckverfahren: Offset, Flexo, Digitaldruck, Thermotransfer — jedes hat Toleranzen, beziehe dies in die Druckdatei mit ein.
7. Ausrichtung und Platzierung auf Produkten
Flache Fläche bevorzugen. Auf gekrümmten Flächen (z. B. Flaschen) muss der Barcode so platziert werden, dass die Krümmung gering bleibt. Bei Flaschen oder runden Gegenständen vertikal anbringen (Balken verlaufen längs der Flasche), damit Lesegeräte den Barcode zuverlässig erfassen.
Nicht über Kanten/Falze drucken. Knicke und Falzlinien zerstören die Lesbarkeit.
Sicherer Abstand zu anderen Druckelementen. Keine Texte, Logos oder Barcodes in die Ruhezone hineinlaufen lassen.
Mehrere Barcodes auf engem Raum: Sorge für ausreichend Abstand zwischen den Barcodes, sonst können Scanner das falsche Code lesen.
8. Prüfen und testen — so kontrollierst du deine Barcodes
Rechenprüfung der GTIN: Prüfziffer kontrollieren (Modulo‑10).
Probedruck: Drucke ein Label in der geplanten Größe und klebe es auf das Produktmaterial — prüfe mit einem Handscanner.
Quality Check: Für größere Serien: Barcode‑Verifikator (Grade A–F) einsetzen. Dieser misst Kontrast, Kantenqualität, Fehler, Abmessungen und Ruhezone.
9. Vergrößerungsfaktoren / Tabelle (Praxisbeispiele)
Die folgende Tabelle zeigt typische Werte (Orientierung). Die exakten Maße variieren nach Norm und Druckprozess — verwenden Sie sie als Richtlinie.
Magnification
X‑Dimension (mm)
Gesamtbreite inkl. Ruhezonen (mm)
Symbolhöhe (mm)
80%
~0,26
~29,8
~18,3
90%
~0,297
~33,6
~20,6
100%
~0,33
~37,3
~22,9
150%
~0,495
~55,9
~34,3
Empfehlung: Für Handelsware, solltest Du mindestens 80% verwenden.
10. Beispiele: richtig vs. falsch
GUT
Schwarze EAN‑13, X≈0,33 mm, Gesamtbreite ≈37 mm, Ruhezonen frei, auf ebenem Karton. Warum gut? Gute Größe, ausreichende Ruhezonen, hoher Kontrast.
NICHT GUT
Barcode 12 mm hoch auf Kosmetikdose, gedruckt über Kante mit glänzender Lackierung. Warum schlecht? Zu geringe Symbolhöhe + Glanz + Kante → schlechter Scan.
GUT (Flasche)
EAN‑13 vertikal entlang einer geraden Fläche des Flaschenetiketts, Höhe angepasst an Krümmung.
NICHT GUT (Flasche)
EAN‑13 quer über gekrümmte Oberfläche mit starker Wölbung — Scanner kann Balken nicht korrekt erfassen.
11. Typische Fehler, die Zusatzkosten verursachen
Kein Barcode oder unlesbarer Barcode → Packstack muss nachetikettieren (Kosten).
Barcode in zu kleiner Größe ohne Prüf‑/Verifikationsdruck.
Inkonsistente Drucken (Banding), verschmierte Balken, oder gedruckt in Grautönen ohne ausreichenden Kontrast.
Invertierte Barcodes (Balken sind weiß, statt schwarz)
Gestauchte oder länger gezogene Barcodes
FAQ
Muss eine GTIN 13‑stellig sein?
Für den Barcode ja; GTIN als Begriff umfasst aber auch 8, 12 und 14‑stellige Formen.
Kann ich Farbe statt Schwarz verwenden?
Nur wenn ausreichend Kontrast vorhanden ist; Schwarz auf Weiß bleibt Standard.
Ist ein Smartphone‑Scan zur Prüfung ausreichend?
Smartphone‑Scans sind ein schneller Test, ersetzen aber nicht eine Verifikation mit zertifiziertem Verifikator.
Was passiert wenn der Barcode nicht lesbar oder nicht zuverlässig lesbar ist?
Sofern die Barcodes auf den Artikeln nicht scannbar sind, bzw. keine darauf angebracht sind, müssen wir von Packstack dies nacharbeiten und deine Produkte mit unseren Barcodelabeln etikettieren. Die Barcodes haben im Standard die Maße 5,0cm x 2,5cm.
Wenn wir Produkte neu etikettieren müssen, kann dies den Wareneingang deutlich verzögern. Außerdem sieht es meistens ästhetischer aus, wenn der Barcode mit in das Produktdesign eingebettet ist, statt wir ihn auf das Produkt kleben. Deshalb ist es so wichtig den Barcode vor der Produktion zu prüfen.
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