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Einzelartikel vs. Verpackungseinheit

Damit unsere Lagerbestände jederzeit korrekt sind und Versand sowie Inventur reibungslos funktionieren, muss für jeden Artikel eine eindeutige Basiseinheit definiert werden.

Verwendung von SKU und Barcodes im Lager

Wir unterscheiden zwischen SKU und Barcode:

  • SKU (Stock Keeping Unit) ist die interne Artikelnummer in Shopify. Sie identifiziert den Artikel eindeutig im System.

  • Ein Barcode dient der physischen Identifikation einer Verpackungseinheit beim Wareneingang, der Einlagerung und dem Versand.

Wie du Barcodes und SKUs erstellst und was du alles beachten musst findest du unter SKU- und Barcodeerstellung.

Im Fall zwei unterschiedlicher Verpackungseinheiten

  1. Einzelsack (eigener Barcode auf jedem Sack)

  2. Karton mit 4 Säcken (eigener Barcode auf dem Karton) ➡️ Enthält 4 Einzelsäcke mit jeweils eigenem Barcode

Für die Lagerverwaltung muss festgelegt werden, welche dieser beiden Verpackungseinheiten die Basiseinheit ist.

Variante 1 ➡️ Basiseinheit = Einzelsack

Werden 12.000 Säcke angeliefert, werden diese als 12.000 Einzelsäcke eingelagert. Auch wenn die Säcke in Kartons verpackt sind, müssen die Kartons im System als drei Einzelsäcke behandelt werden. Beim Versand können anschließend einzelne Säcke oder mehrere Säcke entnommen werden, ohne dass Bestandsabweichungen entstehen.

Da der Barcode beim Kommissionieren grundsätzlich gescannt wird, muss der Karton in diesem Fall geöffnet werden, um den Barcode des jeweiligen Einzelsacks zu scannen.

Variante 2 ➡️ Basiseinheit = Karton (4 Säcke)

Alternativ können die Waren als 3.000 Kartons à 4 Säcke eingelagert werden. In diesem Fall stellt jeder Karton eine eigenständige Lagereinheit dar und wird über den Karton-Barcode verwaltet.

Warum ist dies problematisch?

Wenn Kartons mit ihrem Karton-Barcode eingelagert und später einzelne Säcke aus diesen Kartons versendet werden, weiß das Lagerverwaltungssystem nicht, dass sich der Inhalt des Kartons verändert hat. Im System existiert weiterhin ein vollständiger Karton, obwohl tatsächlich nur noch zwei oder ein Sack vorhanden sind. Dies führt zu fehlerhaften Lagerbeständen und Problemen bei Inventuren sowie bei nachfolgenden Versandaufträgen.

Gemischter Bestand

Grundsätzlich ist eine Mischung aus Einzelsäcken und 4er-Kartons problemlos möglich. Voraussetzung ist, dass der Wareneingang vorab in Shopify angekündigt wird und die Mengen entsprechend aufgeteilt werden.

Wie du einen Wareneingang korrekt erstellst kannst du hier nachlesen Wareneingang.

Beispielsweise können bei einer Anlieferung von 12.000 Säcken folgende Einheiten definiert werden:

  • 4.000 Einzelsäcke werden als Einzelsäcke eingelagert.

  • 8.000 Säcke werden als 2.000 Kartons à 4 Säcke eingelagert.

Somit existieren im Lager beide Verpackungseinheiten parallel. Diese werden als zwei getrennte Artikel mit ihren jeweiligen Barcodes geführt. Entsprechend werden auch die Bestände in Shopify separat ausgewiesen und verwaltet.

Bestell- und Versandprozess

Damit dieser Prozess funktioniert, müssen deine Produkte in Shopify entsprechend eingerichtet werden.

Bestellt ein Kunde beispielsweise dein Angebot „3+1“, muss diese Bestellung im Hintergrund auf den Artikel „4er-Karton“ geroutet werden. Im Lager erhalten wir dadurch einen Pickauftrag für einen Karton. Es wird ein Barcode gescannt und ein Karton kommissioniert und versendet. Der Bestand reduziert sich entsprechend um einen Karton, beispielsweise von 2.000 auf 1.999 Kartons.

Bestellt ein Kunde hingegen 4 einzelne Säcke, wird der Auftrag auf den Artikel „Einzelsack“ übergeben. Im Lager werden vier einzelne Säcke gepickt. Dabei werden vier Barcodes gescannt und der Bestand der Einzelsäcke reduziert sich beispielsweise von 4.000 auf 3.996 Säcke.

Der wesentliche Unterschied liegt somit im Kommissionierprozess:

  • 1 Karton = 1 Pick = 1 Barcode-Scan

  • 4 Einzelsäcke = 4 Picks = 4 Barcode-Scans

Flexibilität vs. Logistik

Die Entscheidung für die Basiseinheit hat direkte Auswirkungen auf deine Verkaufsstrategie sowie auf die Lager- und Versandkosten.


  1. Einzelsäcke

Einzelsäcke bieten die größte Flexibilität. Da jeder Sack einzeln im Bestand geführt wird, kannst du nahezu beliebige Verkaufsaktionen und Bundles erstellen, zum Beispiel:

  • 4 einzelne Säcke

  • 5 Säcke + 1 Artikel gratis

  • 6 Säcke + 2 andere Produkte

  • Individuelle Bundles mit anderen Produkten

Vorteil: Diese Variante bietet dir maximale Flexibilität im Verkauf und Marketing. Nachteil: Jeder einzelne Sack muss separat gepickt und gescannt werden. Mehr Flexibilität = mehr Picks = höherer logistischer Aufwand = höhere Kosten


  1. 4er-Karton

Der 4er-Karton ist die logistisch optimierte Variante. Beim 4er-Karton wird immer die komplette Verpackungseinheit versendet. Beispiele:

  • 3+1 = 1 Karton

  • 4+4 = 2 Kartons

  • 7+5 = 3 Kartons

Im Lager wird jeweils nur der Karton gepickt und gescannt. Vorteil:

  • 1 Karton = 1 Pick

  • weniger Barcode-Scans

  • schnelleres Kommissionieren

  • geringerer logistischer Aufwand

  • geringere Lager- und Versandkosten

Nachteil: Diese Variante ist deutlich weniger flexibel. Einzelne Säcke können nicht separat verkauft oder mit anderen Produkten kombiniert werden, da ausschließlich komplette Kartons als Lagereinheit geführt werden. Weniger Flexibilität = weniger Picks = geringere Kosten


Beide Varianten sind technisch problemlos umsetzbar und können, bei entsprechender Vorankündigung des Wareneingangs, auch parallel betrieben werden.

Letztendlich ist es eine Entscheidung zwischen Flexibilität im Verkauf und Effizienz in der Logistik.

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